19.08.2025
Altersvorsorge mit ETFs – Schritt-für-Schritt
Altersvorsorge – für viele ist dieses Wort mit einem vagen Gefühl verbunden: „Darum kümmere ich mich später.“ Gerade in jungen Jahren wirkt das Rentenalter weit entfernt, fast wie ein theoretisches Konstrukt, das nichts mit dem Hier und Jetzt zu tun hat. Doch dieser Denkfehler kann im Alter bittere Konsequenzen haben. Die gesetzliche Rente allein wird für die meisten nicht ausreichen, um den gewohnten Lebensstandard zu halten. Wer dann keine weiteren Einkommensquellen hat, steht vor einer massiven finanziellen Lücke.
Von: Enno Engellandt
Die gute Nachricht: Du kannst heute beginnen, diese Lücke zu schließen – und je früher du startest, desto leichter wird es. Besonders für Menschen zwischen 20 und 45 Jahren ist jetzt der beste Zeitpunkt, mit einer langfristigen Strategie zu beginnen. Dabei geht es nicht darum, komplizierte Finanzprodukte zu verstehen oder sich in endlosen Marktanalysen zu verlieren. Es geht um ein einfaches, transparentes und bewährtes Instrument: ETFs. ETFs – börsengehandelte Indexfonds – sind die vielleicht effizienteste Möglichkeit, kostengünstig und breit gestreut Vermögen aufzubauen. In diesem Beitrag nehme ich dich Schritt für Schritt mit auf den Weg zu einer soliden Altersvorsorge mit ETFs, erkläre dir die Grundlagen, zeige, wie du startest, und gebe dir das nötige Wissen, um langfristig dranzubleiben.
Warum ETFs für die Altersvorsorge so attraktiv sind
ETFs sind nicht nur ein Modetrend. Sie sind das Ergebnis einer grundlegenden Erkenntnis aus der Finanzforschung: Die meisten aktiv gemanagten Fonds schaffen es langfristig nicht, den Markt zu schlagen. Das liegt an hohen Kosten, menschlichen Fehlentscheidungen und der Tatsache, dass Märkte oft effizienter sind, als viele glauben.
Ein ETF bildet einfach einen bestimmten Index nach – beispielsweise den MSCI World, der über 1.500 große und mittelgroße Unternehmen aus Industrieländern enthält. Damit investierst du mit einem einzigen Kauf in Hunderte Unternehmen gleichzeitig. Dieses Prinzip der Diversifikation reduziert das Risiko deutlich. Doch der größte Vorteil ist die Kosteneffizienz. Während aktive Fonds jährlich oft 1,5 bis 2 Prozent deines Kapitals als Gebühren einbehalten, liegen die jährlichen Kostenquoten von ETFs (TER) häufig bei unter 0,3 Prozent. Diese scheinbar kleinen Unterschiede summieren sich über Jahrzehnte zu enormen Beträgen – Geld, das in deinem Depot bleiben und weiter arbeiten kann.
Hinzu kommt die Flexibilität: Du entscheidest, wie viel du monatlich investierst, kannst jederzeit erhöhen, pausieren oder Sonderzahlungen leisten. ETFs haben keine feste Laufzeit – dein Geld ist börsentäglich verfügbar. Für die Altersvorsorge bedeutet das maximale Anpassungsfähigkeit.
Die Grundlagen verstehen: Was ist ein ETF?
Ein ETF (Exchange Traded Fund) ist im Kern ein Fonds, der wie eine Aktie an der Börse gehandelt wird. Er enthält eine Vielzahl von Wertpapieren, die einen bestimmten Index abbilden. Wenn du also einen ETF auf den MSCI World kaufst, erwirbst du Anteile an einem Portfolio, das den gesamten Index nachbildet. Es gibt zwei wichtige Unterscheidungen: Ausschüttend oder thesaurierend. Ausschüttende ETFs zahlen Dividenden direkt an dich aus. Bei thesaurierenden ETFs werden diese Erträge automatisch wieder investiert – und das ist für den langfristigen Vermögensaufbau besonders interessant, weil der Zinseszinseffekt so optimal genutzt wird.
Ebenfalls wichtig: die Total Expense Ratio (TER). Sie gibt an, wie hoch die jährlichen Verwaltungskosten des Fonds sind. Schon kleine Unterschiede können über 30 oder 40 Jahre massive Auswirkungen haben. Ein ETF mit einer TER von 0,2 % statt 0,5 % spart dir langfristig Tausende Euro an Gebühren.
Der erste Schritt: Dein Depot eröffnen
Um in ETFs zu investieren, brauchst du ein Wertpapierdepot. Heute ist das einfacher als je zuvor. Direktbanken und Online-Broker bieten eine große Auswahl an ETFs, oft sogar gebührenfreie Sparpläne. Achte bei der Wahl deines Anbieters auf:
-Geringe Gebühren für Sparpläne und Orders -Breite ETF-Auswahl -Benutzerfreundliche Oberfläche -Nach der Depoteröffnung legst du deinen ersten Sparplan an. Dabei wählst du den ETF, den Anlagebetrag und den Intervall – monatlich ist für die Altersvorsorge am sinnvollsten.
Der Zinseszinseffekt – dein größter Verbündeter
Der Zinseszinseffekt ist der Grund, warum du so früh wie möglich beginnen solltest. Er sorgt dafür, dass nicht nur dein eingesetztes Kapital, sondern auch die erwirtschafteten Erträge selbst wieder Erträge generieren. Ein Beispiel: Investierst du monatlich 200 Euro in einen ETF mit durchschnittlich 7 Prozent Rendite, hast du nach 30 Jahren nicht nur 72.000 Euro eingezahlt. Durch den Zinseszinseffekt wächst dein Vermögen auf rund 240.000 Euro. Je mehr Zeit du ihm gibst, desto stärker wirkt dieser Effekt.
Disziplin statt Motivation
Motivation ist flüchtig – Disziplin ist entscheidend. Gerade in Zeiten, in denen die Märkte fallen, ist es verlockend, den Sparplan zu pausieren oder sogar zu verkaufen. Doch langfristig wird Vermögen durch konsequentes Investieren aufgebaut. Historische Daten zeigen: Wer investiert blieb, hat nach jeder Krise von der Erholung profitiert. Automatisiere deinen Sparplan, um Emotionen aus dem Spiel zu nehmen. So baust du kontinuierlich auf – unabhängig davon, wie die Nachrichtenlage ist.
Steuern bei der Altersvorsorge mit ETFs
In Deutschland unterliegen Gewinne aus ETFs der Abgeltungssteuer von 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer. Bei thesaurierenden ETFs kommt die Vorabpauschale hinzu. Auch wenn Steuern oft als Hemmnis empfunden werden, sind sie kein Grund, nicht zu investieren. Der Renditevorteil bleibt bestehen.
Psychologie und Geldanlage
Anlegen ist nicht nur eine mathematische Aufgabe. Psychologie spielt eine große Rolle. Viele Anleger handeln emotional – euphorisch, wenn Kurse steigen, panisch, wenn sie fallen. Doch diese Reaktionen führen oft dazu, dass Verluste realisiert und Chancen verpasst werden. Erfolgreich investieren bedeutet, dem Plan treu zu bleiben – gerade dann, wenn es schwerfällt.
Fazit
Die Altersvorsorge mit ETFs ist eine der einfachsten, transparentesten und effizientesten Methoden, langfristig Vermögen aufzubauen. Sie erfordert kein Expertenwissen, keine hohen Startsummen und keine ständige Marktbeobachtung. Der Schlüssel liegt im frühen Start, in regelmäßigen Einzahlungen und in der Disziplin, den Plan konsequent umzusetzen – unabhängig von kurzfristigen Schwankungen.
Häufige Fragen zur Altersvorsorge mit ETFs
Wie sicher ist die Altersvorsorge mit ETFs? ETFs sind breit gestreut, was das Risiko einzelner Ausfälle deutlich reduziert. Kurzfristige Schwankungen gehören dazu, aber auf lange Sicht gleichen sie sich meist aus. Historisch betrachtet haben sich globale Märkte nach jeder Krise wieder erholt. Welche Rendite kann ich erwarten? Globale Aktien-ETFs haben in den letzten Jahrzehnten durchschnittlich 6–8 Prozent pro Jahr vor Steuern erwirtschaftet. Die tatsächliche Rendite hängt vom Marktumfeld und deiner Anlagestrategie ab. Kann ich mein Geld jederzeit entnehmen? Ja. ETFs sind börsentäglich handelbar. Für die Altersvorsorge ist es jedoch sinnvoll, investiert zu bleiben, um den Zinseszinseffekt voll auszunutzen und Marktschwankungen auszusitzen. Wie funktioniert die Besteuerung? In Deutschland wird auf Gewinne aus ETFs die Abgeltungssteuer erhoben. Bei thesaurierenden ETFs fällt zusätzlich die Vorabpauschale an. Beide sind gesetzlich geregelt und lassen sich bei der Planung einkalkulieren.
Brauche ich viel Startkapital? Nein. Viele Broker ermöglichen den Start ab 25 Euro monatlich. Wichtig ist die Regelmäßigkeit, nicht die Höhe der Einzahlungen zu Beginn.

Über den Autor:
Enno Engellandt
Unternehmer
Als unabhängiger Berater helfe ich jungen Menschen in ganz Deutschland dabei, ihre Altersvorsorge selbst in die Hand zu nehmen. Mein Schwerpunkt liegt auf Vermögensaufbau mit ETFs und der Absicherung durch sinnvolle Versicherungen – verständlich erklärt, transparent und ohne Fachchinesisch.

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